Aufbruchstimmung in Nürnberg
European Coatings Show 2009 übertrifft alle ErwartungenSonja Schulte, Kirsten Wrede
European Coatings CONGRESS
Der parallel stattfindende European
Coatings CONGRESS spiegelte erneut die aktuellen
Themen der Branche wider: 160
Top-Referenten aus aller Welt deckten in
26 thematisch gegliederten Fachsitzungen
alle wichtigen Felder der Lack herstellenden
und verwandten Industrie ab - von
wasserbasierten Lacken über Nanotechnologie
und Smart Coatings hin zu Polyurethanen,
Druckfarben, Kleb- und Dichtsstoffen
sowie bauchemischen Materialien.
Plenarsitzung
Mehr Forschung und Entwicklung
Zur Eröffnung der Sitzung präsentierte Dr. Sonja Schulte (Vincentz Network) die Ergebnisse einer Umfrage unter den vorregistrierten Kongressteilnehmern. Ca. 25% hatten den Kongressveranstaltern auf Fragen zu ihrer Einschätzung der gegenwärtigen Forschungs- und Entwicklungssituation geantwortet.
Trotz der schwierigen unübersichtlichen wirtschaftlichen Situation werden etwa 31% der Befragten mehr in Forschung und Entwicklung investieren. 65% werden ihre Aktivitäten beibehalten und nur 4% werden ihr Forschungsbudget reduzieren. Das zeigt, dass Innovation gerade in Krisenzeiten als sehr wichtig erachtet wird.
Zur Eröffnung der Sitzung präsentierte Dr. Sonja Schulte (Vincentz Network) die Ergebnisse einer Umfrage unter den vorregistrierten Kongressteilnehmern. Ca. 25% hatten den Kongressveranstaltern auf Fragen zu ihrer Einschätzung der gegenwärtigen Forschungs- und Entwicklungssituation geantwortet.
Trotz der schwierigen unübersichtlichen wirtschaftlichen Situation werden etwa 31% der Befragten mehr in Forschung und Entwicklung investieren. 65% werden ihre Aktivitäten beibehalten und nur 4% werden ihr Forschungsbudget reduzieren. Das zeigt, dass Innovation gerade in Krisenzeiten als sehr wichtig erachtet wird.
Blick in die Zukunft
In den beiden Plenarvorträgen ging es
um die Zukunft der Lackindustrie. Zunächst
gab Dr. Neal Williams von Akzo Nobel
aus der Sichtweise eines Lackherstellers
eine Einschätzung, wie Beschichtungen
von morgen aussehen werden. In den kommenden
zehn Jahren wird nach Meinung
Williams das Innovationstempo noch verschärft
und die Konsolidierung am Markt
wird die Forschung und Entwicklung noch
weiter voran treiben. Laut Williams werden
umweltverträgliche, dünne und intelligente
Beschichtungen eine wesentliche Rolle
auf dem Markt spielen.
Anschließend gab Dr. Dirk Mestach von Nuplex Resins einen Ausblick welchen Herausforderungen die Bindemittelhersteller sich nach 2010 stellen müssen. Beide Vorträge sind in voller Länge unter www.european-coatings.com unter dem Menüpunkt „Videos“ verfügbar und stehen als Audio-Podcast zum kostenlosen download bereit.
Anschließend gab Dr. Dirk Mestach von Nuplex Resins einen Ausblick welchen Herausforderungen die Bindemittelhersteller sich nach 2010 stellen müssen. Beide Vorträge sind in voller Länge unter www.european-coatings.com unter dem Menüpunkt „Videos“ verfügbar und stehen als Audio-Podcast zum kostenlosen download bereit.
European Coatings AWARD an
Rohm und Haas
Ein weiterer Höhepunkt der Plenarsitzung
bildete die Verleihung des European Coatings
AWARDS, der vom European Coatings
JOURNAL für den besten Kongressbeitrag gestiftet
wird. Der diesjährige Preis wurde an
das Autorenteam um Dr. Zhenwen Fu von
Rohm und Haas, USA verleihen. Fu und
sein Team überzeugten die Jury mit einem
Beitrag zur Filmbildung bei wässrigen Lacksystemen.
Die Autoren setzten sich unter
anderem intensiv mit dem Mechanismus der
Lösemittelfreisetzung bei der Filmbildung
auseinander. Die neu entwickelte Technologie
erlaubt die Formulierung VOC-armer
Beschichtungen, ohne andere Eigenschaften,
wie beispielsweise die Härte, zu beeinträchtigen.
Smart Coatings
In dieser viel beachteten Session drehte
sich alles um intelligente Beschichtungen.
Dr. Sandra Hofman von Dow Europe präsentierte
einen umfassenden Überblick
über selbstheilende Coatings Technologien.
Mit Hilfe von natürlichen Polyolen lassen
sich säureresistente Coatingssysteme formulieren,
die sich auch nach mehrfacher
physikalischer Beschädigung selbst heilen.
Auch Gerald Wilson von Autonomic Materials
stellte selbst-heilende Polymere als eine
neue Klasse smarter Materialien vor.
Mit Hilfe von Nanolatexen lassen sich selbstreinigende Oberflächen herstellen, wie Prof. John Texter von der Eastern Michigan Universität eindrücklich demonstrierte. Diese Beschichtungen sind außerdem transparent, wetterfest, verfügen über eine gute Adhäsion und sind korrosionsbeständig.
Einen Schritt weiter ging Dr. Syed Haseebuddin, Asian Paints. Er präsentiere selbstreinigende pigmentierte wasserbasierte Coatings, die darüber hinaus auf Temperatursensitiv sind. Bei hoher Temperatur sind sie superhydrophob und bei niedriger Temperatur superhydrophil. Dieses Verhalten wird durch gezielte Kombination von Polymeren mit funktionalisierten Pigmenten erreicht.
Mit Hilfe von Nanolatexen lassen sich selbstreinigende Oberflächen herstellen, wie Prof. John Texter von der Eastern Michigan Universität eindrücklich demonstrierte. Diese Beschichtungen sind außerdem transparent, wetterfest, verfügen über eine gute Adhäsion und sind korrosionsbeständig.
Einen Schritt weiter ging Dr. Syed Haseebuddin, Asian Paints. Er präsentiere selbstreinigende pigmentierte wasserbasierte Coatings, die darüber hinaus auf Temperatursensitiv sind. Bei hoher Temperatur sind sie superhydrophob und bei niedriger Temperatur superhydrophil. Dieses Verhalten wird durch gezielte Kombination von Polymeren mit funktionalisierten Pigmenten erreicht.
Nanotechnology
Nanotechnolgie ist längst Realität in
der Lackindustrie. Durch diese Technologie
werden Eigenschaften, wie z.B. die
mechanische Stabilität von Lacken gezielt
verbessert. Kratzer sind ein bekanntes
Problem, besonders für hochglänzende
und dunkle Oberflächen. Lange Zeit wurden
anorganische Nanopartikel als möglicher
Weg zur Verbesserung der Kratzfestigkeit
diskutiert. Es kommt jedoch immer
wieder zu Kompatibilitätsproblemen bei
der Verarbeitung was zur Agglomeration,
Trübung und erhöhter Viskosität führt.
Dr. Gerhard Jonschker, Merck KgaA präsentierte einen neuen Ansatz. Mit so genannten Core-shell Partikeln lässt sich einerseits die Kratzfestigkeit erhöhen und andererseits lassen sich diese Teilchen gut verarbeiten, da sie eine ähnliche Kompatibilität zeigen wie ein organisches Harz. Bei dieser Technologie werden durch einen neuen Polymerisationsprozess Nanoteilchen mit einer Polymerhülle hergestellt. Die Polymerketten sind einerseits kovalent an die Nanoteilchen gebunden und können anderseits durch ihre Funktionalität an der Kette mit dem Lack reagieren. Die Nanoteilchen sind somit fester Bestandteil des Lackes. Durch die kovalente Bindung der Nanoteilchen an die Polymerkette wird der anorganische Charakter, der für die Kompatibilitätsprobleme verantwortlich ist, maskiert. Zusätzliche Dispergierhilfen sind bei den Core-Shell Nanopartikeln nicht erforderlich. Sie können direkt, ohne den Einsatz von Dispergieradditiven eindispergiert werden.
Dr. Gerhard Jonschker, Merck KgaA präsentierte einen neuen Ansatz. Mit so genannten Core-shell Partikeln lässt sich einerseits die Kratzfestigkeit erhöhen und andererseits lassen sich diese Teilchen gut verarbeiten, da sie eine ähnliche Kompatibilität zeigen wie ein organisches Harz. Bei dieser Technologie werden durch einen neuen Polymerisationsprozess Nanoteilchen mit einer Polymerhülle hergestellt. Die Polymerketten sind einerseits kovalent an die Nanoteilchen gebunden und können anderseits durch ihre Funktionalität an der Kette mit dem Lack reagieren. Die Nanoteilchen sind somit fester Bestandteil des Lackes. Durch die kovalente Bindung der Nanoteilchen an die Polymerkette wird der anorganische Charakter, der für die Kompatibilitätsprobleme verantwortlich ist, maskiert. Zusätzliche Dispergierhilfen sind bei den Core-Shell Nanopartikeln nicht erforderlich. Sie können direkt, ohne den Einsatz von Dispergieradditiven eindispergiert werden.
Architectural Coatings
Umweltverträglich aber hochleistungsfähig
waren Schlüsselworte dieser Session.
Schon im ersten Vortrag stellte Dr. Marie
Noyale Bleuzen, Rohm and Haas fortgeschrittene
Technologien zur Formulierung
hochleistungsfähiger wasserbasierter
Mauerwerk-Beschichtungen vor, die jedoch
weniger negative Auswirkungen auf
die Umwelt haben.
Dies wird durch die so genannte „Pigment Encapsulation Technology“ erreicht. Diese Beschichtungssysteme zeichnen sich durch starke Haftung aus. Der teilweise Ersatz von TiO2 durch ein trübendes Polymer (opacyfiying Polymer) verbessert den Widerstand gegen Verschmutzung und unterstützt die Reduzierung von Schimmelbildung und Algenwachstum.
Eine Herausforderung für die Formulier stellen nach wie vor wasserbasierte Hochglanzsysteme dar. Joseph Brown, Dow Europe präsentierte eine wasserbasierte Acryl-Bindemittel- Technology, die eine strukturierete Partikelmorphology mit einem umgebenden Vernetzungsmechanismus kombiniert. Damit lassen sich Hochganzsysteme mit niedrigem VOC-Gehalt formulieren.
Dass wasserbasierte Systeme es mit lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen aufnehmen können zeigte Ronald Tennebroek von DSM NeoResins+ in seinem Vortrag. Er stelle neue umweltverträgliche Bindemittel vor mit verbessertem Glanz und Körper.
Dies wird durch die so genannte „Pigment Encapsulation Technology“ erreicht. Diese Beschichtungssysteme zeichnen sich durch starke Haftung aus. Der teilweise Ersatz von TiO2 durch ein trübendes Polymer (opacyfiying Polymer) verbessert den Widerstand gegen Verschmutzung und unterstützt die Reduzierung von Schimmelbildung und Algenwachstum.
Eine Herausforderung für die Formulier stellen nach wie vor wasserbasierte Hochglanzsysteme dar. Joseph Brown, Dow Europe präsentierte eine wasserbasierte Acryl-Bindemittel- Technology, die eine strukturierete Partikelmorphology mit einem umgebenden Vernetzungsmechanismus kombiniert. Damit lassen sich Hochganzsysteme mit niedrigem VOC-Gehalt formulieren.
Dass wasserbasierte Systeme es mit lösemittelhaltigen Beschichtungsstoffen aufnehmen können zeigte Ronald Tennebroek von DSM NeoResins+ in seinem Vortrag. Er stelle neue umweltverträgliche Bindemittel vor mit verbessertem Glanz und Körper.
Waterborne Systems
Eine online Befragung unter allen vorregistrierten
Kongressbesuchern zeigte ein
eindeutiges Votum. Für den Großteil der
Befragten, sind wasserbasierte Lacksysteme
die wichtigste Technologie der Zukunft.
Insgesamt drei Fachsitzungen des
Kongress befassten sich mit dieser Technologie,
unter anderem mit dem Schwerpunkt
wasserbasierte Korrosionsschutzbechichtungen.
Wasserbasierte Anti-Korrosionsharze
haben zwar in den vergangenen
Dekaden viele Entwicklungsstadien durchlaufen.
Dennoch ist noch genug Raum für
weitere Entwicklungen. So stelle Oihana
Elizalde von BASF SE neue Konzepte für
wasserbasierte Korrosionsschutzbindemittel.
Die Hybridbindemittel verfügen über
eine verbesserte Barrierewirkung, sehr
niedrige Wasseraufnahme und verbesserte
Korrosionsschutzwirkung.
Adhesives and Sealants
Mit insgesamt drei Fachsitzungen war das
Thema Klebstoffe und Dichtmassen in diesem
Jahr sehr stark auf dem Kongress vertreten.
Laut Stephan Hinterwaldner, Chairman
der Vormittagssession am zweiten Kongresstag
kam die Kombination aus Beträgen über
aktuelle Marktentwicklungen und technisch
anspruchsvoller Präsentationen bei den Teilnehmern
gut an. Dr. Andreas Hartwig vom
Fraunhofer Institut IFAM stellte in seinem
Vortrag alternative Härtungsreaktionen und
– eigenschaften für Silikonbasierte Klebstoffe
vor. Dabei ging er insbesondere auf den Ersatz
von Platin durch nicht-metallische Katalysatoren
ein.
Printing Inks
Zwei Fachsitzungen mit insgesamt 13 Vorträgen
widmeten sich dem Thema Druckfarben.
Auf besonderes Interesse stieß dabei
die Präsentation von Steven Zijlstra, BASF SE
Niederlande, über eine neue Generation wasserbasierter
Bindemittel, die zur Herstellung
von Druckfarben für flexible Verpackungsmittel
eingesetzt werden. Auch der Vortrag
von Katia Studer, Ciba, Schweiz, zum Thema
UV-härtende Systeme für sensible Anwendungen
erhielt viel Resonanz.
Construction Chemcials
Verbesserter Schutz architektonischer
Strukturen, Umweltverträglichkeit, Energie
sparen, schnellere und leichtere Applikation
sowie verbessertet Designeigenschaften waren
dominierende Themen der Bauchchemie
Fachsitzung. Auf besondere Resonanz bei
den Teilnehmern stieß der Beitrag von Oliver
Mogck von Clariant Produkte (Deutschland),
der Polyglykol Metharcylate als neue Monomere
für Beton Weichmacher vorstellte.
Produktionstechnologie
Nicht nur innovative Rohstoffe, auch optimierte
Produktionsprozesse tragen zur
Effizienzsteigerung von Beschichtungssystemen
bei. Fünf Präsentationen gingen
auf das nicht zu unterschätzende Thema
Produktionstechnologie ein. Am zugkräftigsten
erwies sich hier der Vortrag von Dr.
Ludger Fischer, Serendip, Schweiz, über
Nanopartikel für Beschichtungen mit einer
neuen Dispersionstechnologie.










